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Ziel der Arbeitsgruppe Kardiovaskuläre Pharmakologie ist es, molekulare Schlüsselsignale für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu identifizieren. Im Fokus der Arbeiten stehen unter anderem Herzinsuffizienz (Herzschwäche) und kardiale Hypertrophie (verdickter Herzmuskel). Um etwas gegen das hohe Sterblichkeitsrisiko und die große Verbreitung dieser Herzerkrankungen zu unternehmen, ist es wichtig, diese früh zu diagnostizieren und den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen. Dafür bedarf es jedoch genauer Informationen über die molekularen Ursachen der Erkrankungen.

Bei erhöhter Belastung, etwa durch einen hohen Blutdruck, reagiert das Herz mit gesteigertem Wachstum des Herzmuskels. So kann es der Belastung zunächst standhalten und bis zu einem gewissen Punkt seine Leistungsfähigkeit auf gesunde Art und Weise steigern. Irgendwann jedoch ist der Punkt erreicht, an dem der Prozess ins Negative kippt: Wenn die Belastung dauerhaft zu groß ist und der Herzmuskel zu stark wächst, sterben Herzmuskelzellen ab, das Herz vernarbt und trägt davon langfristige Schäden.

© ISAS / Hannes Woidich

Molekularer Fingerabdruck von Herzkreislauferkrankungen

Physiologisch sind diese schädlichen Prozesse gut untersucht, auf molekularer Ebene ist jedoch weitgehend unklar, was genau in den Zellen passiert – und wie sich eine Herzinsuffizienz oder kardiale Hypertrophie aufhalten lassen könnten. Den Forschenden der Arbeitsgruppe ist es gelungen, bereits erste mögliche Angriffspunkte (Targets) für Arzneimitteltherapien zu identifizieren: So spielen die extrazellulär regulierten Kinasen (ERK) 1 und 2 eine Rolle bei der Entstehung pathologischer kardialer Hypertrophie. Ändert sich der Abstand zwischen diesen beiden Enzymen, erfolgt im Körper eine biochemische Veränderung, die ein krankhaftes Herzwachstum auslösen kann. Die Forschenden identifizierten eine Eiweißsequenz, die ERK 1 und ERK2 Sprichwörtlich auf Abstand halten kann.

ERK1 und ERK2 spielen auch bei Arteriosklerose (Gefäßverkalkung) und Krebs eine Rolle. Die Erkenntnisse der Wissenschaftler:innen zu den beiden Enzymen liefern damit auch wichtige Informationen für diese Erkrankungen.

Weiterhin suchen die Forschenden nach einem Mechanismus, der zu positiver Intropie, einer erhöhten Pumpleistung des Herzens führt, ohne jedoch dem Herzmuskel auf Dauer zu schaden. Auch über diesen Signalweg könnte eine therapeutische Strategie zur Behandlung von Herzinsuffizienz entstehen. Um diese und andere Regulationsmechanismen im gesunden und kranken Herzen aufzudecken, auch um kardiotoxische Mechanismen von beispielsweise Krebsmedikamenten zu verstehen, arbeiten die Wissenschaftler:innen dieser Arbeitsgruppe mit gereinigten Proteinen, Zelllinien, primären Zellen, Geweben, Mausmodellen für verschiedene Formen der Herzinsuffizienz sowie verschiedenen molekularbiologischen und biochemischen Methoden.

Highlights

22. September 2026

Science Slam am Weltherztag in Dortmund

Beim Science Slam am Weltherztag dreht sich alles um die Gesundheit des Herzens. Sechs Slammende, darunter ein Arzt und fünf Nachwuchsforschende, nehmen das Publikum mit auf eine Reise vom Krankenhaus ins Labor – und wieder zurück.

13. Juli 2026

Morbus Fabry: Molekulare Landkarte von Lipiden im Gewebe

Ein neues Verfahren aus dem ISAS kombiniert Raman-Mikroskopie und bildgebende Massenspektrometrie, und es zeigt: Erstmals lässt sich die räumliche Verteilung von Lipiden auf zellulärer und subzellulärer Ebene sichtbar machen – inklusive weiterer essentieller Informationen. Die neue Analysemethode hat ein hohes Potenzial für die Diagnostik und Therapie von Erkrankungen wie Morbus Fabry, bei denen sich Moleküle lokal im Gewebe verändern.

26. November 2025

Neue Wirkstoffe für die Therapie von Herzschwäche

Forschende aus NRW arbeiten beim kürzlich gestarteten Forschungsprojekt HI-FIVE an einem neuen Ansatz zur Behandlung von Herzinsuffizienz. Sie entwickeln Wirkstoffe, die gezielt ein wichtiges Enzym bremsen sollen – mit dem Ziel, Lücken in der medikamentösen Versorgung von Patient:innen mit Herzschwäche zu schließen.

14. Oktober 2026

Auf die Plätze, fertig, slammen!

Sechs Slams, ein voller Hörsaal und spannende Einblicke in die Herzforschung: Beim HI-FIVE Science Slam am Weltherztag brachten ein Arzt und fünf Nachwuchsforschende Wissenschaft auf die Bühne. Mit Humor und anschaulichen Geschichten vermittelten sie komplexe wissenschaftliche Inhalte und gaben Einblicke in die Arbeit des Projekts HI-FIVE, das neue Ansätze für die Behandlung von Herzinsuffizienz erforscht.

11. Juni 2026

3 Fragen an... Neele Rottmann

Im Labor bereitet Neele Rottmann humane und tierische Proben für massenspektrometrische Analysen vor. Sie trägt damit beim Projekt HI-FIVE dazu bei, Veränderungen auf Proteinebene bei Herzschwäche sichtbar zu machen. Warum sie im Labor viel mit Trennungen zu tun hat? Die Antwort verrät die Technische Assistentin im Interview.

Neele Rottmann trägt einen weißen Laborkittel und violette Handschuhe und bedient in einem Labor ein Analysegerät zur Massenspektrometrie. Neben ihr befindet sich ein System zur Flüssigchromatographie, das über mehrere Schläuche mit einem Massenspektrometer verbunden ist. Auf dem Gerät stehen zahlreiche Probenbehälter. Während sie eine Probe in das System einsetzt, blickt sie in die Kamera.
30. April 2026

Mit Herz forschen, Zukunft gestalten

Wie funktionieren GRK5-Inhibitoren auf zellulärer Ebene und im lebenden Organismus? Biologin Dr. Susanne Grund forscht bei HI-FIVE mit ihren Kolleg:innen an einem neuen Therapieansatz für Herzinsuffizienz. Wie genau ihr Arbeitsalltag zwischen humanen Stammzellen und Untersuchungen an Mäusen aussieht, berichtet sie im Porträt.

24. April 2026

Von humanen Stammzellen bis zur Maus: Forschung für neue Therapien bei Herzschwäche

Was verraten menschliche Stammzellen und wieso bleibt die Maus wichtig für die Forschung zu neuen Therapien für Menschen mit Herzschwäche? Bei unserem Kooperationsprojekt HI-FIVE arbeiten die Wissenschaftler:innen und Mediziner:innen sowohl mit tierversuchsfreien Methoden, als auch bei einigen Fragestellungen mit Mäusen. Warum, erklären unser Tierschutzbeauftragter und unsere leitende Forscherin bei HI-FIVE in diesem Einblick zum "Tag des Versuchstiers".

Mäuse in einer Haltungseinheit mit rotem Häuschen, Nistmaterial, Holzkugel und transparenter Röhre zur Beschäftigung und als Rückzugsmöglichkeit.
30. März 2026

Was machst du am ISAS, Theresa?

Warum bekommen Mäuse eine Ultraschalluntersuchung des Herzens? Wie sieht ansonsten ein Arbeitstag im Labor beim Forschungsprojekt HI-FIVE als technische Assistentin aus? Und welche Herausforderungen bringt der Job mit sich? Theresa Pietz gibt spannende Einblicke in ihre Aufgaben, Motivation und tierischen Erfahrungen.

25. März 2026

Studie mit Herz: Ärztin zwischen Klinik & Labor

Was passiert eigentlich hinter den Kulissen einer Patienten-Studie? Anna Ruzhyna ist Studienärztin und betreut beim Forschungsprojekt HI-FIVE Teilnehmende mit Herzschwäche. Sie zeigt, wie ihre Arbeit dazu beiträgt, neue therapeutische Ansätze für die Behandlung von Herzinsuffizienz zu entwickeln.

20. März 2026

Labor, Analyse, Innovation: zwei Herzen für die Forschung bei HI-FIVE

Zwei Wissenschaftlerinnen, ein Ziel: Doktorandin Carlotta Peddinghaus und Dr. Julia Fender-Franke tauchen tief in die Mechanismen des Herzens ein. Ihre Experimente im Labor sollen dazu beitragen, einen neuen Therapieansatz für Menschen mit Herzinsuffizienz zu entwickeln.

11. März 2026

Labor trifft Klinik: mit Stammzellen die Herzfunktion verstehen

Wie lassen sich neue Therapieansätze für Herzinsuffizienz gezielter entwickeln? Im Projekt HI-FIVE spielt die Stammzellforschung dabei eine zentrale Rolle. Im Interview gibt PD Dr. Anna Klinke (Herz- und Diabeteszentrum NRW) Einblicke in ihre Arbeit zwischen Labor und Klinik. Sie erklärt, wie die Vielseitigkeit von Stammzellen es ihrem Team erlaubt, aus dem Blut einzelner Patient:innen Herz- und Gefäßzellen zu gewinnen und warum dies ein wichtiger Schritt ist, um die Wirkung von neuen Substanzen gezielt zu untersuchen.

28. Januar 2026

Neue Perspektiven für die Herzinsuffizienz-Therapie

Wie entstehen neue Therapieansätze, um die Lücke bei der Behandlung von Menschen mit Herzinsuffizienz zu schließen? Und welche Erkenntnisse aus der klinischen Praxis sind dafür entscheidend? Prof. Dr. Tanja Rudolph gibt Einblicke in ihren Arbeitsalltag als Kardiologin und spricht über ihre Rolle im translationalen Forschungsprojekt HI-FIVE sowie die Zukunft der Therapie von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Projekte

Team

Prof. Dr. Kristina Lorenz

Abteilungsleiterin

Abteilung: Translationale Forschung

Arbeitsgruppe: Kardiovaskuläre Pharmakologie

Portrait von Prof. Dr. Kristina Lorenz

Jonas Bodmann

Laborant

Abteilung: Translationale Forschung

Arbeitsgruppe: Kardiovaskuläre Pharmakologie

Portrait von  Jonas Bodmann

Theresa Dammeyer

Technische Assistentin

Abteilung: Translationale Forschung

Arbeitsgruppe: Kardiovaskuläre Pharmakologie

Portrait von  Theresa Pietz

Prof. Dr. Anke Claudia Fender

Stellvertretende Leiterin Versuchstierhaltung

Abteilung: Translationale Forschung

Arbeitsgruppe: Kardiovaskuläre Pharmakologie

Dr. Julia Fender-Franke

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Abteilung: Translationale Forschung

Arbeitsgruppe: Kardiovaskuläre Pharmakologie

Dr. Susanne Grund

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Abteilung: Translationale Forschung

Arbeitsgruppe: Kardiovaskuläre Pharmakologie

Rowena Sofie Gänsler

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Abteilung: Translationale Forschung

Arbeitsgruppe: Kardiovaskuläre Pharmakologie

Portrait von  Rowena Sofie Gänsler

Stefanie Güssgen

Laborantin

Abteilung: Translationale Forschung

Arbeitsgruppe: Kardiovaskuläre Pharmakologie

Portrait von  Stefanie Güssgen

Malin Hedtstück

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Abteilung: Translationale Forschung

Arbeitsgruppe: Kardiovaskuläre Pharmakologie

Portrait von  Malin Hedtstück

Lars Olschewski

Wissenschaftlicher Mitarbeiter

Abteilung: Translationale Forschung

Arbeitsgruppe: Kardiovaskuläre Pharmakologie

Portrait von  Lars Olschewski

Carlotta Peddinghaus

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Abteilung: Translationale Forschung

Arbeitsgruppe: Kardiovaskuläre Pharmakologie

Portrait von  Carlotta Peddinghaus

Dr. Elena Tolstik

Wissenschaftliche Mitarbeiterin Fachkraft für Arbeitssicherheit

Abteilung: Translationale Forschung Arbeitssicherheit

Arbeitsgruppe: Kardiovaskuläre Pharmakologie

Portrait von Dr. Elen Tolstik

Ann-Katrin Weiss

Technische Assistentin Strahlenschutzbeauftragte

Abteilung: Translationale Forschung

Arbeitsgruppe: Kardiovaskuläre Pharmakologie

Portrait von  Ann-Kathrin Weiss

Lea Witte

Auszubildende

Abteilung: Translationale Forschung

Arbeitsgruppe: Kardiovaskuläre Pharmakologie

Justus Wohlmeiner

Auszubildender

Abteilung: Translationale Forschung

Arbeitsgruppe: Kardiovaskuläre Pharmakologie