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Labor, Analyse, Innovation: zwei Herzen für die Forschung bei HI-FIVE

Dortmund, 20. März 2026

Carlotta Peddinghaus und Dr. Julia Fender-Franke arbeiten bei HI-FIVE Hand in Hand. In der Forschungsgruppe Kardiovaskuläre Pharmakologie untersuchen sie sowohl menschliche Herzmuskelzellen im Labor als auch den Einfluss der GRK5-Inhibitoren im lebenden Organismus an Mäusen. Auf dieser Grundlage wirken die beiden mit daran, neue Therapieansätze bei Herzschwäche zu entwickeln. Ihre Arbeit ist für beide eine Herzensangelegenheit – aus unterschiedlichen Gründen.

Seit Sommer 2025 forscht Doktorandin Carlotta Peddinghaus als wissenschaftliche Mitarbeiterin am ISAS beim Projekt HI-FIVE.

© ISAS

„Während meines Masters habe ich Proteinstrukturanalysen mittels NMR-Spektroskopie durchgeführt. HI-FIVE ist so ein breit gefächertes Forschungsprojekt, bei dem ich viele weitere Analysen erlernen kann. Darüber freue ich mich“, sagt Peddinghaus. Das Wissen aus ihrem Biologiestudium erweitert sie bei HI-FIVE nun um Kenntnisse aus der anwendungsorientierten Grundlagenforschung.

Wie beeinflussen GRK5-Inhibitoren das Herz abhängig von Alter und Geschlecht? Diesen und weiteren Fragen geht die 29-Jährige zusammen mit ihren Kolleginnen nach. Im Labor forscht sie in vitro (Analysen im Reagenzglas) und in vivo (Versuche im lebenden Organismus). Um den Signalweg und Wirkmechanismus der GRK5-Inhibitoren zu ermitteln, arbeitet die Biologin mit verschiedenen Zelltypen. Dies sind im späteren Projektverlauf auch Herzmuskelzellen aus Stammzellen von Patient:innen. Außerdem untersucht Peddinghaus den Einfluss von GRK5-Inhibitoren auf männliche und weibliche an Herzschwäche erkrankte Mäuse unterschiedlichen Alters.

HI-FIVE

Beim Verbundprojekt HI-FIVE arbeiten Forschende und Mediziner:innen am ISAS gemeinsam mit der Lead Discovery Center GmbH und dem Herz- und Diabeteszentrum NRW an einem neuen Therapieansatz für Herzinsuffizienz. Im Mittelpunkt stehen GRK5-Inhibitoren.Diese Wirkstoffe blockieren ein Enzym, das bei Herzschwäche überaktiv ist und eine zentrale Rolle im Krankheitsgeschehen spielt. Ziel des Verbundprojekts ist es, verschiedene Formen der Herzschwäche künftig präziser behandeln zu können – vor allem bei Patient:innen, bei denen verfügbare Therapien bislang nicht ausreichend greifen, oder für die es keine passende Behandlung gibt. Das auf drei Jahre angelegte Projekt ist 2025 gestartet und wird durch Mittel der EU sowie des Landes NRW unterstützt.

Die Aussicht, mit einer neuen Behandlungsoption dazu beitragen zu können, das Leben von Menschen mit Herzschwäche zu verbessern, ist ein großer Antrieb für meine Arbeit.

Dr. Julia Fender-Franke

Mit der Forschung am ISAS ist Dr. Julia Fender Franke bereits durch eine frühere Mitarbeit vor ihrer Promotion vertraut. Als Postdoc kehrte sie 2025 zurück nach Dortmund, um bei HI-FIVE mitzuforschen.

© ISAS


Mit dem Thema Herzschwäche ist Fender-Franke bereits durch ihre vorherige Forschung vertraut. Mit ihrer Arbeit legte sie gemeinsam mit anderen Forschenden wichtige Grundlagen, die nun bei HI-FIVE Anwendung finden.

Derzeit plant, koordiniert und wertet Fender-Franke verschiedene Versuche für HI-FIVE aus. Um beispielsweise die Wirkung der GRK5-Inhibitoren genauer zu untersuchen, kommen am ISAS In-vitro-Analysen („im Reagenzglas“) von menschlichen Herzmuskelzellen (aus Stammzellen) zum Einsatz. Fender-Franke beteiligt sich außerdem an der Planung der In-vivo-Studien bei erkrankten Mäusen. Ziel ist es, so die Effekte der verschiedenen GRK5-hemmenden Wirkstoffe auf die verschiedenen Ausprägungen der Herzinsuffizienz (systolisch und diastolisch) zu erforschen.

„Das Herz hat mich aufgrund seiner Komplexität, Präzision und Belastbarkeit schon immer fasziniert“, sagt die 32-Jährige. Besonders stolz ist sie deshalb, die Forschung an diesem Organ bei HI-FIVE nun weiter verfolgen zu können.

»HI-FIVE – GRK5-Inhibitoren zur Therapie verschiedener Herzinsuffizienz-Entitäten« ist im Juli 2025 gestartet. Die NRW-Landesregierung und Europäische Union fördern das Projekt mit ca. 2,1 Mio. Euro in den kommenden drei Jahren.

(Isabell Klitzsch)

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