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Dortmund, 12. Februar 2026

Kevin Hau trägt einen weißen Kittel mit ISAS-Logo. Er steht in einem Labor an einem Mikroskop. In der linken unteren Ecke des Bildes ist ein Computerbildschirm zu sehen. Auf dem Monitor ist ein mikroskopisches Bild von rötlichem Gewebe geöffnet.
© ISAS

Kevin Hau forscht am ISAS zu Folgeschäden nach Herzinfarkten.

Kevin Hau (28) arbeitet am ISAS in der Forschungsgruppe Proteomics. Nach seiner Bachelor- und seiner Masterarbeit schreibt er auch seine Promotion am ISAS. Als Doktorand forscht er im Graduiertenkolleg »GRK 2989 Targeting Cellular Interfaces in Reperfused Acute Myocardial Infarction (TCI repAMI)« (s. Infobox) zum Thema Herzinfarkt-Folgeschäden. Um mehr über seine Forschung zu erfahren, hat die Redaktion ihn gebeten, folgende Sätze zu vervollständigen.

  • Für meine Doktorarbeit am ISAS untersuche ich…

    die Veränderungen in Herzmuskelzellen vor und nach der Entlastung mit einem linksventrikulärem Unterstützungsgerät (Left Ventricular Assist Device, LVAD). Mediziner:innen setzen diese Herzunterstützungssysteme ein, wenn es nach einem Myokardinfarkt zu fortgeschrittener Herzinsuffizienz, also Herzschwäche, kommt. Mich interessiert dabei besonders, wie sich der Einsatz eines LVAD auf zelluläre Mechanismen zur Erholung des Herzens nach einem Herzinfarkt auswirkt.

  • Im Labor arbeite ich mit…

    verschiedenen Omics-Analysen für drei unterschiedliche Molekülklassen: Lipide (Fette), Metaboliten (Stoffwechselprodukte) und Proteine. Für meine Analysen setzte ich entsprechende Technologien wie Massenspektrometrie-basiertes Imaging, matrixunterstützte Laser-Desorption-Ionisation (Matrix-Assisted Laser Desorption Ionisation, MALDI) und Flüssigchromatographie-Tandem-Massenspektrometrie ein. Eine kleine Herausforderung liegt neben der Anwendung der Methoden auch darin, die Daten zu integrieren, also zum Beispiel die MALDI-Aufnahmen der Metaboliten mit den quantitativen Daten der Proteine zu kombinieren. Indem ich verschiedene Analysemethoden kombiniere, möchte ich einen umfassenden Einblick in die metabolischen Prozesse der Herzmuskelzellen bekommen.

  • Über das DFG-Graduiertenkolleg konnte ich bereits…

    durch die Kooperation mit dem Universitätsklinikum Essen einen tiefen Einblick in den klinischen Alltag gewinnen. Ich durfte zum Beispiel bei einer Implantation eines LVAD und einer Transplantation eines komplett künstlichen Herzens dabei sein. So konnte ich sehen, woher die Proben stammen, mit denen ich später im Labor arbeiten werde – dadurch gewinnt man einen anderen Bezug zu den Proben.

  • Ich bin seit meiner Bachelorarbeit am ISAS, weil…

    der Zusammenhalt in unserer Arbeitsgruppe unglaublich gut ist und mir die Atmosphäre am ISAS sehr gefällt. Natürlich ist es auch etwas Besonderes, mit dem neuesten Stand der Technik in sehr gut ausgestatteten Laboren zu arbeiten. Und letztlich gefällt mir auch die fachliche und persönliche Vernetzung am ISAS – ich habe mittlerweile viele Freund:innen hier gefunden.

GRK 2989 Targeting Cellular Interfaces in Reperfused Acute Myocardial Infarction (TCI repAMI)

Das Graduiertenkolleg TCI repAMI befasst sich mit den Folgeschäden von Herzinfarkten. Zwar rettet die schnelle Wiedereröffnung eines verschlossenen Herzkranzgefäßes Leben, sie kann jedoch auch Entzündungsreaktionen auslösen. Diese entstehen durch das Zusammenspiel von Immun-, Gefäß- und Herzmuskelzellen. Ziel des Kollegs ist es, diese Prozesse besser zu verstehen und neue Therapieansätze für Patient:innen zu identifizieren. TCI repAMI arbeitet nach dem Bed-to-Bench-to-Bed-Prinzip: Von der klinischen Fragestellung über Forschung im Labor bis zurück an das Patient:innenbett.

Das Graduiertenkolleg ist eine Kooperation der Universität Duisburg-Essen inklusive des Universitätsklinikums Essen und des ISAS. In interdisziplinären Tandem-Teams betreuen Expert:innen aus Klinik und Grundlagenforschung insgesamt 33 Doktorand:innen.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das Graduiertenkolleg unter der Projektnummer 449437943.

(Protokoll: Anna Becker)

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