Zum Inhalt springen
Funktionale Unterschiede bei Neutrophilen

Auf die inneren Werte kommt es an: Neutrophile bilden feste Untergruppen

Dortmund / Duisburg / Essen, 29. Juni 2026

Neutrophile Granulozyten sind die Ersthelfer des menschlichen Immunsystems und bilden die größte Gruppe der weißen Blutkörperchen. Dass sie sich in zwei Untergruppen mit völlig unterschiedlichen Funktionen einteilen lassen, haben Forschende der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen und des Leibniz-Instituts für Analytische Wissenschaften – ISAS – e.V. in Dortmund nun in Advanced Science gezeigt. Es gibt Neutrophile, die das Oberflächenprotein CD177 auf der Außenhülle tragen und diejenigen, die zwar ein funktionales Gen für CD177 besitzen, es aber nicht verwenden. Der Besitz dieses Oberflächenproteins hat Auswirkungen auf Krankheitsverläufe. Bisher galt CD177 eigentlich nur als Aktivitäts‑ oder Reifungsmarker für Neutrophile.

„Unsere Daten zeigen, dass CD177‑negative Neutrophile dauerhaft vorkommen. Bei dieser Zellpopulation wird das Gen dauerhaft nicht ausgeprägt, sie produzieren zu keinem Zeitpunkt das CD177‑Protein. Deshalb stellen sie keine Übergangs‑ oder Reifungsphase dar, sondern eine echte, stabile Untergruppe“, erklärt Marcel Jung, Doktorand am Institut für Experimentelle Immunologie und Bildgebung. Menschen haben sehr unterschiedliche Anteile von CD177‑positiven und -negativen Neutrophilen im Blut, die zwischen 0 - 100% liegen können. Bisher ging man davon aus, dass sich diese Neutrophilen-Subtypen funktionell nicht unterscheiden, denn auch optisch sind die Zellen identisch.

Zur Pressemitteilung in voller Länge

Downloads

Teilen

Weitere Pressemitteilungen

28. September 2026

Ceramide treiben Metastasierung bei Darmkrebs voran

Warum bilden einzelne Darmkrebszellen Metastasen? Ein internationales Forschungsteam unter Beteiligung des ISAS hat einen Mechanismus identifiziert, bei dem die körpereigene Synthese von Ceramiden die Metastasierung von Darmkrebs fördern kann. Dabei zeigte sich auch, welche Rolle der Fettgehalt der Ernährung spielt. Die Ergebnisse des präklinischen Modells haben die Forschenden nun in Science veröffentlicht.

Ceramide im Darmgewebe
22. September 2026

Science Slam am Weltherztag in Dortmund

Beim Science Slam am Weltherztag dreht sich alles um die Gesundheit des Herzens. Sechs Slammende, darunter ein Arzt und fünf Nachwuchsforschende, nehmen das Publikum mit auf eine Reise vom Krankenhaus ins Labor – und wieder zurück.

13. Juli 2026

Morbus Fabry: Molekulare Landkarte von Lipiden im Gewebe

Ein neues Verfahren aus dem ISAS kombiniert Raman-Mikroskopie und bildgebende Massenspektrometrie, und es zeigt: Erstmals lässt sich die räumliche Verteilung von Lipiden auf zellulärer und subzellulärer Ebene sichtbar machen – inklusive weiterer essentieller Informationen. Die neue Analysemethode hat ein hohes Potenzial für die Diagnostik und Therapie von Erkrankungen wie Morbus Fabry, bei denen sich Moleküle lokal im Gewebe verändern.

2. Juli 2026

Biomedizinische Bildanalyse mit KI 

Dr. Jianxu Chen übernimmt eine Professur für KI für die Biomedizinische Analytik an der Universität Duisburg-Essen. Mit seiner Arbeitsgruppe am ISAS entwickelt er KI-Methoden, mit denen sich gewaltige Mengen komplexer Mikroskop-Aufnahmen umfassend auswerten lassen.

Portrait von Dr. Jianxu Chen
16. März 2026

Darmmikrobiom als Schlüssel für personalisierte Therapie bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen

Obwohl das Darmmikrobiom eine zentrale Rolle bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen spielt, wird es kaum für die Diagnostik und Therapie genutzt. MikrobiomProCheck soll dies ändern. Forschende analysieren NRW-weit molekulare Daten aus dem Darm von jungen und Erwachsenen Patient:innen, unter anderem mithilfe von KI. Ihr Ziel in Kooperation mit Biotechnologie-Unternehmen: neue personalisierte Therapieoptionen für Betroffene auf den Weg bringen.

26. November 2025

Neue Wirkstoffe für die Therapie von Herzschwäche

Forschende aus NRW arbeiten beim kürzlich gestarteten Forschungsprojekt HI-FIVE an einem neuen Ansatz zur Behandlung von Herzinsuffizienz. Sie entwickeln Wirkstoffe, die gezielt ein wichtiges Enzym bremsen sollen – mit dem Ziel, Lücken in der medikamentösen Versorgung von Patient:innen mit Herzschwäche zu schließen.