Wirkung von Schilddrüsenhormonen
in Gehirn, Leber & Herz entschlüsseln

Als zentrales endokrines Organ produziert die Schilddrüse Hormone, die von elementarer Bedeutung für die Entwicklung und Funktion des menschlichen Organismus sind.

Der vom Universitätsklinikum Essen geleitete Sonderforschungsbereich „Local Control of Thyroid Hormone Action – LocoTACT“ untersucht im Forschungsverbund mit der Universität zu Lübeck und der Charité – Universitätsmedizin Berlin in Zusammenarbeit mit dem Helmholtz Zentrum München, der Universität Leipzig und dem ISAS die lokale Kontrolle der Wirkungen von Schilddrüsenhormonen. Im Fokus des Vorhabens steht von 2020 bis 2024 die Funktionsweise dieser Kontrollmechanismen insbesondere im Gehirn, im Herz und in der Leber. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert den Sonderforschungsbereich in diesem Zeitraum mit insgesamt 13,7 Mio. Euro. 

Schilddrüsenhormone & ischämische Herzerkrankungen

Gehirn, Herz und Leber sind Ausgangspunkte vieler häufiger Erkrankungen wie Schlaganfall, Herzschwäche (Herzinsuffizienz) oder Lebererkrankungen (Hepatopathie). Ziel der Wissenschaftler:innen bei LocoTACT ist es, neue Therapieansätze zu finden, indem sie entschlüsseln, wie Transport, Stoffwechsel und Wirkmechanismus von Schilddrüsenhormonen in den Organen kontrolliert werden. Außerdem erforschen sie, welche Auswirkung eine Störung dieser Prozesse hat. Dabei wollen die Forscher:innen auch herausfinden, inwieweit sich ein veränderter lokaler Schilddrüsenhormon-Status in den untersuchten Organgeweben positiv bei Volkskrankheiten wie der „Fettleber“ auswirken kann. Dafür möchten sie Strategien zur therapeutischen Modifikation des gewebs- und zellspezifischen Schilddrüsenhormon-Status‘ entwickeln und bei Krankheitsprozessen evaluieren, wo Schilddrüsenhormone günstige Effekte haben. „Ziel ist es, die lokale Modulation der Schilddrüsenhormonwirkung organspezifisch zur Prävention und Therapie von seltenen und häufigen Erkrankungen einzusetzen. Am ISAS untersuchen wir beispielsweise den Einfluss von Schilddrüsenhormonen bei ischämischen Herzerkrankungen. Dafür wollen wir die zugrunde liegenden Mechanismen weiter erforschen und die Signaltransduktionswege bewerten“, erklärt Prof. Dr. Kristina Lorenz, Leiterin der Abteilung Translationale Forschung am ISAS.

Gefördert  durch  die  Deutsche  Forschungsgemeinschaft (DFG) – Projektnummer 424957847-TRR 296.