Applikationslabor UV-Ramanspektroskopie

Die Ramanspektroskopie ist ein weitverbreitetes Standardverfahren zur Untersuchung von anorganischen Materialien in den Materialwissenschaften über die Molekülanalytik bis hin zur Biomedizin. Sie ermöglicht eine kontaktlose und zerstörungsfreie Analyse der Struktur und Zusammensetzung von Materialien mit hoher Ortsauflösung und eignet sich für den Einsatz in sehr verschiedenen Umgebungen (Vakuum, Atmosphäre, reaktives Gas, Flüssigkeit) und insbesondere auch für die in-situ und operando-Spektroskopie an Grenzflächenprozessen. Problematisch ist der geringe Streuquerschnitt der Ramanstreuung, z.B. wenn kleine Probenvolumina bis hin zu Quantenstrukturen oder Einzelmoleküle untersucht werden sollen. In vielen Fällen, z.B. bei Halbleitern oder bei Molekülen, kann durch Anregung mit UV- und DUV-Laser die Sensitivität der Ramanstreuung um mehrere Größenordnungen verbessert werden.

Speziell hierfür wird im Applikationslabor UV-DUV-Ramanspektroskopie in Zusammenarbeit mit der Firma LTB GmbH eine innovative, wesentlich verbesserte Instrumentierung geschaffen und in Kooperation mit externen Partnern betrieben. Neben einem sehr variablen Standard-Ramanaufbau (Jobin-Yvon T64000, Dreifach-Gitter-Spektrograph, Mikroskop, xy-Tisch) ist das Labor für den UV-DUV-Spektralbereich mit neu konzipierten Spektrographen auf Echelle-Basis mit hohem Auflösungsvermögen (1.5 cm-1) und hohem spektralen Durchsatz ausgerüstet. Die Instrumentierung umfasst derzeit verschiedene cw-Anregungslaser (220 nm, 266 nm, 355 nm, 440 nm, 532 nm), und ein optisches Mikroskop für den VIS-DUV-Spektralbereich. Für Untersuchungen an Molekülen in flüssiger Umgebung stehen spezielle Flüssigkeitszellen zur Verfügung.