Internationales Team etabliert Multiplexanalysen für das Maus-Proteom

Ein internationales Forscherteam vom ISAS und der University of Victoria, Kanada, etabliert derzeit erfolgreich ein Set von Multiplexanalysen für das Proteom der Maus. Die ersten vielversprechenden Ergebnisse beschreiben die Wissenschaftler aktuell in Communications Biology, einem Open-Access-Fachblatt der Nature-Gruppe.

Mit ihren Assays stoßen die Wissenschaftler in eine Lücke der Proteomforschung: Während es für DNA- und RNA-Analysen bereits Multiplexmethoden gibt, mit denen sehr viele Moleküle gleichzeitig in nur einem Experiment untersucht werden können, fehlen solche Methoden für Proteine noch weitgehend. Mit den derzeit etablierten Verfahren (zum Beispiel Immunoassays, bei denen Antikörper für die Markierung der gesuchten Moleküle genutzt werden) lassen sich oft nicht einmal zehn Proteine gleichzeitig untersuchen. Andere Methoden wiederum liefern keine Informationen über Proteinmengen, sind also nur für qualitative Analysen geeignet.

Da Proteine jedoch nahezu alle wichtigen Vorgänge in den Zellen von Lebewesen regulieren und je nach Bedarf und Zustand der Zelle in großen oder kleinen Mengen hergestellt werden können, sind umfassende Proteomanalysen viel aussagekräftiger als Analysen des vergleichsweise starren Genoms – allerdings ist das Proteom auch viel variabler und damit unübersichtlicher, was die Wissenschaft vor große Herausforderungen stellt.

Das Forscherteam von ISAS und UVic bediente sich einer Methode aus dem Bereich der Massenspektrometrie, des sogenannten Multiple Reaction Monitoring (MRM), um für ein erstes Set aus 500 Mausproteinen die entsprechenden Assays zu entwickeln. Diese Assays können in einem breiten Forschungsgebiet zum Einsatz kommen: Etwa zur Phänotypisierung neuer Labormaus-Stämme, aber auch – mit entsprechender Anpassung – für die Untersuchung von Geweben anderer Organismen bis hin zum Menschen. Das neue Assay-Set ist das bislang größte seiner Art und aus Sicht seiner Entwickler ein vielversprechender Schritt hin zu einem neuen „Goldstandard“ in der Proteomanalyse. Die MRM-Assays kommen mit extrem wenig Probenmaterial aus und sind vor allem nicht abhängig vom Einsatz spezifischer Antikörper oder Sonden, wie es bei den aktuellen Standardmethoden der Fall ist.

Der Artikel zur Studie ist frei verfügbar unter der folgenden Kurz-URL: https://rdcu.be/1ZLQ