ISAS-Wissenschaftlerin wird Mitglied der Global Young Faculty

Eine junge ISAS-Wissenschaftlerin wurde in die Global Young Faculty aufgenommen: Dr. Ayten Kalfe aus der Arbeitsgruppe Grenzflächenprozesse wird zum fünften Jahrgang des Forschernetzwerks gehören. Die Global Young Faculty (GYF) ist eine Initiative der Stiftung Mercator in Zusammenarbeit mit der Universitätsallianz Ruhr (UA Ruhr), um besonders herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Ruhrgebiet zusammenzubringen, damit diese zwei Jahre lang gemeinsam an verschiedenen interdisziplinären Themen arbeiten können. Die Themen wählen die GYF-Teilnehmer selber aus; frühere Jahrgänge der GYF setzten sich zum Beispiel mit Themen wie "Big Data", "Wissenschaft heute" oder auch "Wohlbefinden und Migration" auseinander.

Um sich für den fünften Jahrgang der GYF zu bewerben, mussten die Interessenten drei Vorschläge für interdisziplinäre Themen einreichen und somit ihre Fähigkeit unter Beweis stellen, auch über Fachgrenzen hinweg zu denken und Neues auszuprobieren. Die Biochemikerin Ayten Kalfe hat sich schon während ihres Studiums mit verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen befasst: zum Beispiel mit einer Mischung aus Biologie, Chemie und Medizin. Das interdisziplinäre Arbeiten ging ihr dabei praktisch ins Blut über, was sie seit Oktober 2011 in der ISAS-Arbeitsgruppe Grenzflächenprozesse unter Beweis stellt. Dort beschäftigt sie sich mit der Kernspinresonanzspektroskopie, die in verschiedenen naturwissenschaftlichen Fachgebieten genutzt wird, um zum Beispiel gewisse Molekülarten zu bestimmen. Dieses Verfahren setzt ein Zusammenspiel aus Biologen, Chemikern und Technikern voraus. "Um möglichst gute Lösungen zu erarbeiten, ist es sinnvoll, sich mit mehreren Forschern aus verschiedenen Gruppen zusammenzusetzen", erläutert Ayten Kalfe.

In ihrer Bewerbung bei der GYF hat sich die junge Wissenschaftlerin allerdings für drei ganz andere Ideen entschieden: Sie schlug zum Beispiel vor, mehr Nachwuchswissenschaftler für die Lehre zu motivieren. Außerdem würde sie gern die Begriffe Gesundheitsforschung und Krankheitsforschung gegenüberstellen und hinterfragen, ob erstere ausreichend gefördert wird und wie es mit aktuellen Studien, Erkenntnissen und Innovationen in Bereichen wie Früherkennung oder auch gezielte Prävention aussieht. Ihr letzter Vorschlag lautete, die multikulturelle und kosmopolitische Vielfalt als Vorteil der Region zu nutzen. Dabei will sie sich mit aktuellen gesellschaftspolitischen Problemen auf einer wissenschaftlichen Ebene auseinandersetzen. Ob einer dieser Vorschläge ins Programm des neuen Jahrgangs aufgenommen wird, entscheiden die GYF-Teilnehmer gemeinsam.

Bei der Auftaktveranstaltung des fünften Jahrgangs am 6. und 7. Oktober in Heiligenhaus konnten sich die Wissenschaftler näher kennenlernen und erste Themen für ihre Zusammenarbeit festlegen. Die Mitglieder der Global Young Faculty bilden Arbeitsgruppen, die über einen Zeitraum von drei Semestern frei gewählte Themen von gemeinsamem Interesse bearbeiten. Den Arbeitsgruppen stehen insgesamt 200.000 Euro zur Verfügung, die sie beispielsweise für gemeinsame Forschungsprojekte und Veranstaltungen nutzen können. Zudem erhalten alle Mitglieder der Global Young Faculty ein individuelles Reisebudget in Höhe von 5.000 Euro, etwa für Konferenz- und Forschungsreisen.

PDF: Pressemitteilung zur Global Young Faculty