Jordanische Gaststudierende erforschen am ISAS Lösungen für die Wasseraufbereitung

11 Studierende aus Jordanien sind seit Anfang Juli im Rahmen des DAAD geförderten Programms „A Novel Antimicrobial polymeric Nanocomposite for Antifouling Water Filtration Membrane“ zu Gast am ISAS.
Bereits seit fünf Jahren bietet das ISAS Studierenden natur- und ingenieurwissenschaftlicher Fachrichtungen aus Hochschulen in Jordanien im Rahmen des DAAD-Programms „Deutsch-Arabische Transformationspartnerschaft“  eine achtwöchige Summer School zu wechselnden Schwerpunktthemen mit hoher gesellschaftlicher Relevanz im Zielland. Ziel der diesjährigen Summer School ist es, Lösungsansätze für die Entwicklung effizienter und kostengünstiger Wasserfilter unter Einsatz von Membranen in einem interdisziplinären und anwendungsorientierten Lehrformat zu erforschen.
Die Arbeiten der Studierenden greifen dabei unter anderem Ansätze aus dem Forschungsprojekt „Biohybride Grenzflächen und ihre Anwendung in der Diagnostik“ auf. In diesem Projekt wird untersucht, wie Oberflächen so modifiziert werden können, dass sie z.B. für Krankheitskeime abstoßend wirken oder in anderen Anwendungen für Zellen oder Gewebe attraktiv sind und es werden Wechselwirkungen zwischen Material und Biologie erforscht. In diesem Zusammenhang wird auch das „Zuwachsen“ von Membranen („Fouling“), wie sie in der Wasseraufbereitung Verwendung findet, betrachtet. Innovative Verfahren, die zur Reduktion von Keimen im klinischen Umfeld führen, könnten so auch für die Wasseraufbereitung genutzt werden. Damit können am ISAS gewonnene Ergebnisse auch in andere Kontexte übertragen und nutzbar gemacht werden.
Neben den anwendungsorientierten Lerneinheiten umfasst das Curriculum fachübergreifende Module wie Statistik, wissenschaftliches Publizieren, zu IT-Anwendungen und seit diesem Jahr auch  das Modul Entrepreneurship, das die Themen Technologietransfer und Gründung von Start-ups umfasst. Die Summer School wird durch Besuche an den Dortmunder Hochschulen und bei anderen Instituten und Unternehmen ergänzt.
Initiiert wurde der Austausch mit den jordanischen Hochschulen von Roland Hergenröder, der die Gruppe Bioresponsive Materials  am ISAS leitet. Während eines Gastaufenthalts an der German-Jordanian University in Amman stellte Hergenröder gemeinsam mit jordanischen Kollegen die Weichen für die Zusammenarbeit. Seither besteht ein reges Interesse der Jordanier am Ausbildungsangebot des ISAS. „Auch wir freuen uns über das große Interesse und die Begeisterung, die die Jordanier mitbringen und profitieren von dem Austausch mit den engagierten Studierenden. Manchmal passt es zwischen einzelnen Studierenden und den am ISAS erforschten Themen so gut, dass wir einige sogar als Nachwuchswissenschaftler gewinnen können.“ berichtet Hergenröder.
Sokiyna Al-Bustanji, die in Jordanien Pharmazie studiert, fasst ihre bisherigen Eindrücke von der Summer School so zusammen: „Ich finde es super, dass wir schon erste eigene Messungen am Kernspin-Magnetresonanz-Spektroskopen (NMR) und in der Infrarotspektroskopie (IR) vornehmen konnten. Die Wissenschaftler am ISAS kommen aus unterschiedlichen Fachgebieten und auch unsere Gruppe ist interdisziplinär zusammengesetzt. So bekommen wir Inputs aus ganz unterschiedlichen Fachrichtungen und vertiefen unsere Kenntnisse, denn das Thema Wasseraufbereitung ist auch in Jordanien eine große Herausforderung. Die Freizeitangebote an den Wochenenden sind darüber hinaus eine super Ergänzung, denn es gibt hier auch echt viel zu sehen!“
Das ISAS beabsichtigt die Kooperation mit den jordanischen Partnern mit weiteren Forschungsthemen auch in Zukunft fortzusetzen.