Drittmittelprojekt: DDHD

Translation akademischen Know-hows in die Anwendung – Frühzeitige Detektion kardiotoxischer Nebenwirkungen

Zuwendungen des Landes Nordrhein-Westfalen unter Einsatz von Mitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) 2014-2020 „Investitionen in Wachstum und Beschäftigung", Förderkennzeichen EFRE-0800395

Der Drug Discovery Hub Dortmund (DDHD) ist eine Initiative des Zentrums für integrierte Wirkstoffforschung (ZIW) an der TU Dortmund. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus acht Einrichtungen bündeln hier ihre vielfältige Expertise, um gemeinsam eine Infrastruktur für die Wirkstoffforschung in NRW aufzubauen. Durch eine synergistische Infrastruktur soll der DDHD die kritische Innovationslücke zwischen akademischer Grundlagenforschung und industrieller Anwendung überbrücken.

Da der Prozess der Wirkstoffentwicklung überaus komplex ist, ist ein interdisziplinäres Zusammenspiel einer Vielzahl wissenschaftlicher Fachdisziplinen notwendig. Entdeckungen aus der akademischen Grundlagenforschung sollen hier sukzessive zu industriefähigen Leitstrukturen weiterentwickelt werden. Konkret sollen innovative Leitstrukturen für Wirkstoffe so optimiert werden, dass sie den hohen Standards der pharmazeutischen Industrie in allen Bereichen entsprechen. Die acht Partner (siehe unten) bilden dazu ein einzigartiges und erprobtes Netzwerk am Standort Dortmund.

Die Abteilung Biomedizinische Forschung des ISAS übernimmt in diesem Konsortium die Analyse der Substanzen mit Blick auf toxische Effekte auf Herzmuskelzelllen, um frühzeitig Nebenwirkung der zukünftigen Medikamente auf das Herzkreislaufsystem zu vermeiden.

Da sich die Behandlungsmöglichkeiten für Patienten, insbesondere bei Krebserkrankungen, immer weiter verbessern, werden die Medikamente auch immer länger angewandt. Daher muss neben dem Ziel, spezifischere Therapieansätze zu entwickeln, auch ein besonderes Augenmerk auf Nebenwirkungen wie die Kardiotoxizität von Medikamenten gerichtet werden. Nebenwirkungen können den Einsatz der Therapien begrenzen und zu Herzrhythmusstörungen oder einer Einschränkung der Pumpfunktion des Herzens führen. Kardiotoxische Spätkomplikationen bei Einsatz von Chemotherapeutika können bei bis zu zehn Prozent, bei manchen Kombinationen sogar bei bis zu 30 Prozent der Patienten auftreten. Daher ist es für eine optimale Behandlung essentiell, der Prävention von Kardiotoxizität im Rahmen der Wirkstoffentwicklung höhere Aufmerksamkeit zu widmen.

Am DDHD beteiligt sind neben dem ISAS und der TU Dortmund das Max-Planck-Institut für molekulare Physiologie (MPI), das Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund (IfADo), die Taros GmbH & Co. KG, die PROvendis GmbH, das BioMedizinZentrum Dortmund (BMZ) und die Lead Discovery Center GmbH (LDC).