Biomarker für die Alzheimer-Frühdiagnostik

In diesem Forschungsschwerpunkt beschäftigt sich die Arbeitsgruppe Kardiovaskuläre Pharmakologie damit, krankhafte Veränderungen in den Gehirnen von Alzheimer-Patienten zu finden, zu analysieren und zu verstehen. Ein erklärtes Ziel der Forscher ist es, geeignete Biomarker für diese Demenzerkrankung zu finden und diese für den klinischen Alltag nutzbar zu machen. So soll eine frühzeitige Erkennung und wirksame Behandlung von Alzheimer ermöglicht werden.

Die zentrale Hypothese in diesem Projekt lautet, dass extrazelluläre Vesikel (EV) aus dem Blut im Zusammenhang mit neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer stehen. Die Vesikel werden von Blutplättchen gebildet, die den größten Anteil an Amyloid-Beta-Peptiden im Blut tragen; dieses Molekül ist bekannt dafür, dass es sich in großen Mengen in den Gehirnen von Alzheimer-Patienten ablagert, und die Ablagerungen gelten als typisches Krankheitssymptom.

Die Forscher der Arbeitsgruppe Kardiovaskuläre Pharmakologie vermuten, dass eine bestimmte Art der Blutplättchen-EV einige Stoffe in großen Mengen enthält, die wie Amyloid-Beta-Peptide in Zusammenhang mit Alzheimer stehen und den EV deshalb neurotoxische Eigenschaften verleihen. Damit könnten diese Bluttplättchen-EV eine Schlüsselrolle bei der Entstehung der Krankheit spielen. Die Gruppe konnte bereits Unterschiede in der Zusammensetzung und Funktion der EV von Alzheimer-Patienten und gesunden Personen nachweisen; nun arbeitet sie daran, diese Vesikel mittels Massenspektrometrie und labelfreier Quantifizierung zu charakterisieren. Die so identifizierte und als neurotoxisch klassifizierte Art der Versikel gibt zum einen Hinweise auf das Alzheimer-Risiko und könnte zum anderen aus dem Blut entfernt werden und damit die Grundlage für eine völlig neue präventive Alzheimer-Therapie bilden.