Institut

Geschichte

ISAS - Von der Gründung bis heute

Die Initialzündung
Die Idee zur Gründung eines Forschungsinstitutes entstand spontan anlässlich des Vortrages, den der Dortmunder Physiker Professor Dr. Heinrich Kaiser am 06.04.1951 in Düsseldorf hielt. Das Resümee seines Vortrags war: "Wir können es uns nicht leisten, unsere Produkte umständlicher, teurer, weniger oft und weniger genau zu prüfen als unsere Wettbewerber".

Das erste ISAS-Gebäude


Apparat von Bunsen und Kirchhoff

Die Gründung
Letztlich als Konsequenz dieses Vortrages entstand dann 1952 ein Forschungsinstitut für "moderne analytische Chemie mit physikalischen, vorwiegend spektroskopischen Methoden", wie es in der Satzung der Trägergesellschaft hieß. Es erhielt den Namen “Institut für Spektrochemie und Angewandte Spektroskopie”, dessen Akronym “ISAS” die damalige und die heutige Bezeichnung verbindet. Schon die Definition der Institutsaufgabe verweist auf die interdisziplinäre Arbeitsweise, die sich als Spezifikum durch die gesamte Institutshistorie zieht. Damit stellt sich das ISAS bewusst in die Tradition des Chemikers Robert Bunsen und des Physikers Gustav Kirchhoff, deren Zusammenarbeit erst die Spektroskopie für die chemische Analytik nutzbar gemacht hat. Entsprechend der Gründungsidee herrschte damals eine starke Orientierung auf die apparativen Möglichkeiten und die technische Realisierung methodischer Grundlagenarbeiten vor. In der Rückschau auf diese Phase der ISAS-Geschichte ist es denn auch eine apparative Entwicklung, die hier als Meilenstein in Erinnerung geblieben ist, nämlich die Graphitrohrofen-AAS, die weltweite Verbreitung gefunden hat.

Prof. H. Kaiser

Die frühe Phase
Trotz des konzentrierten Blickes auf die apparative Realisierung spektrochemischer Methoden für die Routineanalytik hat das ISAS aber immer seinen Charakter als ein Institut für Grundlagenforschung bewahrt. In der Frühphase des Instituts dokumentiert sich dies insbesondere in den Arbeiten von Kaiser selbst, der mit seinen zahlreichen fundamentalen Beiträgen das mathematisch-statistische Rüstzeug für die Institutsarbeit im Besonderen und darüber hinaus für die spektrochemische Analytik insgesamt überhaupt erst geschaffen hat. Seine mathematisch fundierten Begriffsdefinitionen trugen wesentlich zur Vereinheitlichung des internationalen Sprachgebrauchs bei.

 

Prof. G. Tölg

Aufnahme in die Blaue Liste
Mit zunehmender technischer Entwicklung verlor in den folgenden Jahren die apparative Orientierung allmählich ihre starke Priorität. Kaiser war 1975 aus dem ISAS ausgeschieden, und es folgte zunächst ein langes Interregnum unter kommissarischer Leitung von Prof. Dr. Wolfgang Riepe und Dr. Karl Müller, das 1980 mit der Aufnahme des ISAS in die gemeinsame Förderung des Bundes und der Länder im Rahmen der "Blauen Liste" beendet wurde. Im Jahre 1981 schließlich übernahm Professor Dr. Günther Tölg als Geschäftsführender Direktor die Leitung des ISAS. Er gab dem Institut eine neue, zeitgemäße Orientierung und stellte so die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft. Tölgs persönliche Neigung galt insbesondere der extremen Spurenanalyse, und er hat davon ausgehend immer wieder mit geradezu missionarischem Eifer darauf hingewiesen, dass die modernen Herausforderungen an die analytische Chemie nur in einem strategischen Verbund auf der Grundlage eines Multimethodenkonzeptes bewältigt werden können.

 

Gebäude in Berlin Adlershof

Zusammenschluss mit Berlin
Für die Forschungsarbeit bedeutet dies nicht nur die Notwendigkeit einer methodischen Neu- und Weiterentwicklung, um analytische Werkzeuge hinreichender Leistungsfähigkeit verfügbar zu machen. Gleichrangige Wichtigkeit besitzt eine intensive Erarbeitung strategischer Lösungen für analytische Probleme von heute und morgen auf der Basis eines Multimethodenkonzeptes, in dem alle erforderlichen Werkzeuge zur Verfügung stehen. Als Beispiele grundlegender methodischer Arbeiten sei hier auf die Entwicklung der hydraulischen Hochdruckzerstäubung und der Diodenlaser-Atomabsorptionsspektrometrie im ISAS hingewiesen. Dem besonderen Engagement Tölgs ist im Wesentlichen auch die 1992 erfolgte Angliederung einer erfolgreichen Arbeitsgruppe des ehemaligen Zentralinstituts für Optik und Spektroskopie in Berlin an das ISAS zu verdanken, die zu einer gewichtigen Verbreiterung des Forschungsfeldes im ISAS führte.

 

Prof. A. Manz

Ein neues Konzept
Die Position des Geschäftsführenden Direktors ging 1995 an Prof. Dr. Dieter Klockow über; 1997 wurde dann in einem gemeinsamen Verfahren mit der Universität Dortmund Prof. Dr. Kay Niemax an das ISAS berufen. Er führte es durch die schwierige Zeit von März 2000 bis November 2003.
 Am 01.12.2003 übernahm Prof. Dr. Andreas Manz schließlich die Geschäftsführung des ISAS. Mit einem Visionären Konzept mit neuen Schwerpunkten auf dem Gebiet der Bioanalytik legte Manz die konzeptionelle Grundlage für die heutige Ausrichtung des ISAS.    

Prof. N. Esser

Eine Doppelspitze übernimmt die Institutsleitung
Nach dem Ausscheiden von Prof. Dr. Andreas Manz im Mai 2008 wurde im Juni 2008 Prof. Dr. Norbert Esser, zuvor Leiter des Berliner Institutsteils, zum neuen geschäftsführenden Direktor des Instituts und Vorstandsvorsitzenden des Vereins bestellt. Im September 2008 trat nach gemeinsamen Berufungsverfahren mit der medizinischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum Prof. Dr. Albert Sickmann als Inhaber einer W3-Professur für „Angewandte Proteomik und Bioanalytik“ seinen Dienst am ISAS an. Prof. Dr. Sickmann begann seine Tätigkeit am ISAS als Leiter des Projektbereichs „Proteomics“ mit der Aufgabe, die Ausrichtung des Instituts in den lebenswissenschaftlichen Bereichen zu fokussieren und deren Profil zu schärfen.

Mit dem Amtsantritt von Prof. Sickmann kam die Strukturreform

Strukturreform und neuer Vorstand
Mit der fortschreitenden Etablierung der lebenswissenschaftlichen Bereiche des ISAS entschlossen sich Institutsleitung und Vereinsgremien zu einer Umsetzung der Teile der Strukturreform, die vor der Besetzung der W3-Professur von Prof. Dr. Sickmann zunächst zurückgestellt worden waren. So erfolgte 2009 eine erneute Satzungsänderung mit klarem Bekenntnis zu einer kollegialen Leitungsstruktur unter Beteiligung des kaufmännischen Leiters. Prof. Dr. Esser und Prof. Dr. Sickmann wurden zu wissenschaftlichen Direktoren ernannt und als solche in den Vorstand des Vereins, gemeinsam mit dem kaufmännischen Leiter, berufen bzw. in ihrem Amt bestätigt. Zugleich wurde der Anlass genutzt, um das häufig als irritierend empfundene Auseinanderfallen der Bezeichnung von Rechtsträger und Forschungsinstitut zu korrigieren: Die Einrichtung trägt seit 2009 den einheitlichen Namen Leibniz-Institut für Analytische Wissenschaften - ISAS - e.V..

ISAS-Neubau auf dem Dortmunder Campus

Teilumzug auf den Campus der TU Dortmund
Ende Oktober 2009 wurde der Neubau des ISAS auf dem Campus der TU Dortmund feierlich eröffnet. Mit dem Bezug des neuen Gebäudes fanden die lebenswissenschaftlich ausgerichteten Bereiche des ISAS eine neue Heimat mit enger Anbindung an die Universität und die benachbarten Institute und Firmen. Das ISAS arbeitet seither an drei Standorten in Dortmund und Berlin.

Viel Lob für das ISAS
Im September 2010 stand das ISAS nach sieben Jahren wieder auf dem Prüfstand: Die turnusmäßige Evaluierung durch die Leibniz-Gemeinschaft stand an. Dabei bescheinigte eine externe, international besetzte Gutachterkommission dem Institut hohe gesellschaftliche Relevanz und europaweite Einzigartigkeit. Die Ziele für die nächsten sieben Jahre sind bereits gesteckt: Eine noch engere Vernetzung der Arbeitsgruppen und eine intensive Nachwuchsförderung sollen das ISAS in Zukunft weiter stärken.

 

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